THE DRAMATHON  – The Speyside Single Malt Marathon – fand am 20. Oktober 2018 im Norden Schottlands – in der Speyside bei Dufftown – statt. Die Strecke von insgesamt 42,195 Kilometern (Full Marathon Distance) verlief quer durch die Speyside und führte von der Distillery Glenfarclas zur Distillery Glenfiddich.

DRAMATHON setzt sich aus dem Wort DRAM (= ein Glas mit 2cl Whisky) und MARATHON zusammen 😉 witziger und passender Begriff für einen Marathon im Norden Schottlands. Das “Wasser des Lebens” (Uisge Beatha), wie die Schotten ihren Single Malt Whisky poetisch nennen, hat dort sein Zuhause 🙂 Ich hoffte vor dem Marathon nur, dass es kein DRAMA wird. Aber ich kann stolz mitteilen:

Es wurde kein Drama und ich habe gefinished 🙂 !

Die Marathon Strecke startete an der Distillery Glenfarclas und verlief größtenteils entlang des Speyside Way’s. Vorbei an zahlreichen Whisky-Distillen und entlang des Flusses Spey, war es nach Helgoland wieder ein ganz besonderer Marathon, nur diesmal etwas mehr Trail. Das Ziel befand sich auf dem Gelände der Distillery Glenfiddich (in der Nähe von Dufftown).

Keine Panik! Es bestand weder vor, während, noch nach dem Lauf eine Alkohol-Pflicht 🙂

Es wurde die offizielle Marathon-Distanz von 42,195km gelaufen.

Alle weiteren Informationen (Infos, Strecke, Registrierung, etc.) findet Ihr unter THE DRAMATHON. Meinen ausführlichen Laufbericht gibt es in wenigen Tagen!

Warum einen Marathon in Schottland?

Weil ichs kann 😉 Spass beiseite… Viele stellen mir die Frage warum gerade nach Schottland in die Speyside reisen um den zweiten Marathon zu Laufen? Gibt es doch in Good old Germany und gerade auch in Hessen genügend Marathon-Events die schneller erreichbar und auch populärer sind…

Versuch einer Erklärung: Als ich im Jahr 2015 mit meiner Familie knapp 5 Wochen Urlaub in Schottland machte, war nicht nur ich irgendwie “geflasht” von dem Land, der Kultur, den Sehenswürdigkeiten, den Menschen und als Whisky-Fan natürlich von den vielen meist alten Whisky-Distillerien sehr begeistert.  Ich laufe seit knapp 3 Jahren ambitionierter und regelmäßiger und nehme seither regelmäßig an verschiedenen Lauf Veranstaltungen (5 bis 21 Kilometern) teil. Whisky und im Speziellen Schottischer Single Malt war und ist seit vielen Jahren mein Hobby. Ich saufe nicht, ich genieße es mehrmals im Jahr in gemütlicher Runde mit Freunden, oder auf Whisky-Tasting-Events mich diesem köstlichen Getränk hinzugeben und dabei neben der Herstellung, auch immer wieder etwas über die Geschichte von Schottland zu lernen. Denn Whisky und im Speziellen der schottische Single Malt, seine Herstellung und der Genuss, hat ganz viel mit der Schottischen Historie und der schottischen Kultur zu tun. Single Malt Whisky ist für mich eines der wenigen natürlichen alkoholischen Genuss-Getränke. Zudem lagert die eine oder andere “Sammelflasche” bei mir sicher verpackt im Keller 🙂 Kurz gesagt, mir gefällt es neue Wege auch beim Laufen zu entdecken.

Zur Popularität von Stadt-Marathons nur ein Wort: MASSENVERANSTALTUNG! Lauf-Großveranstaltungen mit tweilweise 40-70 tausend Teilnehmer*Innen sind sicherlich auch etwas ganz Besonderes, aber reizen mich als Läufer eher weniger. Ich sehe mir solche Spektakel lieber im Fernsehen an, als mich durch die Menschen-Massen durchzuquälen.

Warum Schottland: Unsere Familien-Rundreise führte uns damals (mit eigenem Auto!) mit der Fähre von Calais über die Nordsee nach Dover. Die anschließende Fahrt von gut  800 Kilometern, an London vorbei, über Leeds und dann entlang der Ost Küste nach Edinburgh war sehr beeindruckend. Die Reise-Strecke war für sich alleine genommen ein tolles Erlebnis. Unser erstes Bed&Breakfast in Leeds, die zwei Tage in Edinburgh und dann entlang der Küste in den Norden nach Aberdeen durch die Speyside nach Elgin, die vielen Besichtigungen von Schlössern und Seen, Loch Ness, Inverness, unser Ferienhaus in Tomintoul, dann 3 Tage Isle of Sky, zur Distillery Talisker und nach gut 3 Wochen zurück durch die Hybriden und durch die Highlands zum Ben Nevis, Abstecher nach Oban, 2 Nächte Glasgow und wieder zurück durch den Süden von England nach Dover und Calais. Eines der großartigsten und schönsten Urlaubs-Erlebnisse, welches ich nie vergessen werde. Mitgenommen hatte ich damals neben dem ein oder anderen Dram Whisky 🙂 den festen Entschluss, nicht das letzte Mal nach Schottland gereist zu sein. Besonders beeindruckt hatte mich die Nordsee-Küste mit den wunderschönen Städten Elgin, Inverness, sowie die schönen Strände bei Lossiemouth und dem “Strand-Geheim-Tipp” bei Findhorn 🙂

Aber das soll hier kein Reisebericht werden… nur soviel: Als Mitte 2017 mein Freund und Laufpartner auf einen Marathon in der Speyside, dem “Whisky-Marathon” genannt “THE DRAMATHON“, hinwies, sagte ich nach kurzer Recherche “Lass uns den als nächsten Marathon laufen”! Gesagt, getan! Und so ist es dann passiert. Wir vereinbarten daran teilzunehmen. Da es für den ersten DRAMATHON (im Oktober 2017) keine Tickets mehr gab nahmen wir unser nächstes Marathon-Projekt “THEDRAMATHON 2018” entschlossen in Angriff.

Die Tickets für den DRAMATHON wurden am 01.12.2017 um 0:00 Uhr zum Online-Verkauf eingestellt und waren nach wenigen Tagen ausgebucht! Zwei Tickets haben wir uns geschnappt und der Marathon konnte kommen. Und so verknüpfen sich bei mir quasi drei Leidenschaften – Schottland – Whisky und Laufen – that’s it!

Am 20.10.2018 um 10 Uhr war es dann soweit. Der Startschuss fiel an der Distillery Glenfarclas. Ich freute mich riesig auf den Marathon und auf die insgesamt 7 Tage Schottland. Zu einem solch spektakulären Trail-Marathon mit meinem besten Lauf-Partner ever zu reisen war und bleibt etwas ganz Besonderes!

Mein 6-monatiges Training begann am 01. März 2018, genau zwei Monate früher. Zum Einen wusste ich aus meiner ersten Marathon Vorbereitung, dass ich etwas mehr Zeit brauche, andererseits kann immer etwas dazwischen kommen. Meine Erfahrungen mit Krankheit, Verletztungen und mehr Erholungszeit sind mir noch in guter Erinnerung. Gut 4 Wochen vor dem Marathon kurierte ich eine kleinere Grippe aus, konnte jedoch beruhigt den letzten 3 Wochen Vorbereitung entgegen sehen. Die letzten 15 Trainingseinheiten mit insgesamt knapp 180 Kilometern in gut 4 Wochen und nur noch zwei lange Trainingsläufe verliefen gut. Da es in Schottland ein Trail-Marathon war, musste ich den Gedanken an eine persönliche Marathon-Bestzeit schnell vergessen.  Nach Helgoland wird es wieder ein langer schöner Lauf 😉  Wer einen Marathon mit persönlicher Bestzeit und viel Trubel laufen will sollte sich hierzu besser einen der Stadt-Marathons, wie zum Beispiel Frankfurt, Berlin, New-York, Kopenhagen, etc. aussuchen. Einen Marathon auf Straßen-Asphalt mit wenigen bis gar keinen Höhenmetern, oder einen Trail-Marathon mit mehreren hundert Höhenmetern, auf Wald-, Feld- und Wiesen-Wegen zu laufen sind ganz unterschiedliche Voraussetzungen und weder von der Zeit, noch mit der Intensität zu vergleichen. Eluid Kipchoge der Marathon-Weltrekordinhaber von Berlin 2018 hat nach seinem Weltrekord-Lauf gesagt: “Wenn ich so glücklich bleibe wie ich es jetzt bin und tatsächlich auch noch 70 Jahre alt werde, würde ich schon gerne testen, ob ich es in diesem Alter noch schaffe, einen der großen City-Marathons zu finishen. Von mir aus die 42,195 Kilometer dann auch in zehn Stunden. Ich will einfach immer nur auf die Strecke und laufen.” Eine gute Einstellung und eine Aussage die für mich schon als 57 Jähriger gilt 😉 Eventuell laufe ich ja auch noch mit 70 Jahren und dann kann Frankfurt oder Berlin gerne kommen 🙂

In der schottischen Speyside einen Marathon zu Laufen ist ein ganz besonderes Lauf-Erlebnis. So oder so…mein Freund hat es auf den Punkt gebracht: “Für schnelle, oder Bestzeit-Marathons sollte man sich weder Helgoland, noch Schottland aussuchen.” Jeden einzelnen der 42,195 Kilometer haben wir “genossen”  – Wir haben unseren gemeinsamen Marathon Kurzurlaub  hinter uns. Wir sind gemeinsam den Marathon, wenn auch in unterschiedlichen Zeiten, gelaufen, haben gemeinsam gefinished und es uns danach gut gehen lassen. Was will das Läuferherz mehr? 🙂

Die eine und andere Sehenswürdigkeit in der Speyside, die Highlands, das Links-Fahren, Besuche in Distillerien, Fish and Chips und den einen oder anderen Dram mit einem schottischen Ale nach dem Lauf werden in guter Erinnerung bleiben. Ob es weitere (gemeinsame) Lauf-Events geben wird? We will see!

...to be continued